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Arbeitnehmerzuzahlungen für Dienstwagen

Arbeitnehmerzuzahlungen für Dienstwagen

Mindert der vom Arbeitnehmer an seinen Arbeitgeber gezahlte Eigenanteil für einen Dienstwagen den Wert des geldwerten Vorteils aus der Dienstwagenüberlassung bis zu einem Betrag von 0 EUR?

Arbeitgeber A stellte seinem Mitarbeiter M im Jahr 2012 einen Dienstwagen zur Verfügung, den M auch für private Fahrten nutzen durfte. A schloss für den Dienstwagen einen sog. Fullservice-Leasingvertrag ab und übernahm eine monatliche Leasingrate von 500 EUR. Soweit die tatsächlichen Leasingraten des Dienstwagens den Betrag von monatlich 500 EUR überstiegen, hatte M nach der Dienstwagenvereinbarung im Innenverhältnis zu A den übersteigenden Anteil, im Jahr 2012 insgesamt 3.239,14 EUR, zu tragen. Die Abrechnung erfolgte über die jeweiligen Entgeltabrechnungen. A ermittelte beim Lohnsteuerabzug den geldwerten Vorteil aus der Überlassung des Dienstwagens zur Privatnutzung nach der 1 %-Regelung und für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte nach der 0,03 %-Regelung. Davon brachte A die Eigenleistungen des M in Abzug und behandelte lediglich die Differenz von 6.368,24 EUR als lohnsteuerpflichtiges Entgelt. In seiner Einkommensteuererklärung für 2012 begehrte M, den geldwerten Vorteil aus der Dienstwagenüberlassung nach der Fahrtenbuchmethode zu berechnen. Danach sei ein Wert von 2.973,31 EUR für die private Nutzung des Dienstwagens und für die Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte anzusetzen. Von diesem Betrag seien die Zuzahlungen zu den Leasingraten von 3.239,14 EUR in Abzug zu bringen. Außerdem sei der Bruttoarbeitslohn des M um den nach der 1 %-Regelung und der 0,03 %-Regelung ermittelten Betrag von 6.368,24 EUR, insgesamt also um 6.634,07 EUR, zu kürzen. Das Finanzamt verminderte den Bruttoarbeitslohn des M dagegen lediglich um 3.394,93 EUR (= 6.368,24 EUR – 2.973,31 EUR). Die Zuzahlungen des M zu den Leasingraten seien ausweislich der Gehaltsabrechnungen bereits bei der Bemessung des pauschalen Nutzungswerts vorteilsmindernd in Ansatz gebracht worden. M war damit nicht einverstanden und bekam beim Bundesfinanzhof Recht.

21. Juli 2017
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