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Boxtrainer auf Auslandswettkämpfen

Boxtrainer auf Auslandswettkämpfen

Liegt der umsatzsteuerliche Leistungsort auch in den Fällen im Inland, in denen ein Boxtrainer die von ihm betreuten Boxer zu Auslandswettkämpfen begleitet und dort auch in Vorbereitung trainiert?

T ist Boxtrainer. In den Jahren war er als Trainer für den Boxstall B tätig. Grundlage seiner Tätigkeit war eine Vereinbarung vom 1.11.2005. Danach sollte T Boxsportler trainieren und diese insbesondere auf ihre jeweiligen Boxkämpfe vorbereiten. Er sollte auf Basis eines freien Mitarbeiterverhältnisses die Boxer in Trainings- und Wettkampfbelangen sportlich betreuen. Dabei sollte T nur eine angemessene Anzahl von Boxern zugeteilt werden, um sicherzustellen, dass diesen eine bestmögliche Trainings- und Wettkampfbetreuung zuteil wird. T hat als Trainer das Recht, seine Dienste den Boxern anzubieten, die von B in ihren sportlichen Angelegenheiten betreut werden. Er sollte den Umfang seiner Tätigkeit frei mit den Boxern bestimmen, wobei gewährleistet sein musste, dass die Boxer in angemessenem und gut trainiertem Zustand gehalten und in Abstimmung mit B auf die jeweiligen Boxkämpfe vorbereitet werden. Das Honorar sollte aufgrund von Rechnungen des T gezahlt werden. T unterwarf dabei einen Teil seiner Entgelte für die Betreuung der Boxer bei Auslandswettkämpfen nicht der Umsatzsteuer. Daneben stellte er für das laufende Training im Inland Rechnungen und unterwarf diese Entgelte der Umsatzsteuer. Das Finanzamt war dagegen der Ansicht, dass T alle Leistungen im Inland erbracht habe, denn er habe seine Tätigkeit als Trainer in zeitlicher Hinsicht im Wesentlichen im Inland ausgeübt. Daneben spiele die Betreuung der Boxer am Kampftag im Ausland in dem gesamten Leistungspaket lediglich eine untergeordnete Rolle. Das Finanzamt bekam beim Finanzgericht Recht.

28. Juli 2017