Aktuelles

Brezenläufer im Oktoberfestzelt

Brezenläufer im Oktoberfestzelt

Unterliegen die Umsätze aus dem Verkauf von Wiesnbrezen durch Brezenläufer in Festzelten auf dem Oktoberfest dem ermäßigten Umsatzsteuersatz?

Die Bäckerei B war für die Dauer der Oktoberfeste 2012 und 2013 Pächterin eines Verkaufsstands ausschließlich zum Verkauf von Brezen in dem Festzelt X. Weiterhin war B für die Dauer der Oktoberfeste 2012 und 2013 Mieterin eines Brotstands im Festzelt Y zum Direktverkauf von gemischten Semmeln, Brezen und allen Brotsorten. In diesem Zusammenhang durfte B bis zu zwölf Personen als Verkäufer außerhalb des Mietgegenstandes beschäftigen. Außerdem betrieb B für die Dauer der Oktoberfeste 2012 und 2013 einen Verkaufsstand im Festzelt Z zum Alleinverkauf von Brot jeder Art und Bierbrezen. Schließlich mietete B für die Dauer der Oktoberfeste 2012 und 2013 Brezenstandl und Backstube im Festzelt F mit dem Alleinrecht zum Verkauf der Brezen. Zudem pachtete B für das im September 2012 stattfindende Zentrale Landwirtschaftsfest einen "Oktoberfest typischen" Verkaufsstand zum Alleinverkauf von Brezen, Brot und Semmeln. In ihrer Umsatzsteuererklärung für 2012 unterwarf B die Umsätze aus dem Verkauf von sog. Wiesnbrezen in den Festzelten auf dem Oktoberfest durch sog. Brezenläufer dem ermäßigten Umsatzsteuersatz. Das Finanzamt war dagegen der Ansicht, dass diese Umsätze dem Regelsteuersatz unterlägen, weil B eine die Bewirtung fördernde, von den Festzeltbetreibern bereitgestellte Infrastruktur (Zelt mit Biertischgarnituren sowie Musik) zuzurechnen sei, und bekam beim Finanzgericht Recht.

12. Juni 2017