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Gewerblicher Grundstückshandel

Gewerblicher Grundstückshandel

Entfällt die Gewinnerzielungsabsicht, wenn auf zunehmende Vermarktungsschwierigkeiten eines Grundstücks nur unzureichend reagiert wird und geeignete neue Planungen unterlassen werden?

V war als Vermessungsingenieur tätig. Am 20.7.1992 stellte er einen Bauantrag für ein 2.562 qm großes Grundstück für den geplanten Bau eines Büro- und Boardinghauses. Am 29.7.1992 erwarb er das Grundstück für 148.773,18 EUR einschließlich Anschaffungsnebenkosten. In der Folgezeit versuchte V, Grundstück sowie noch zu errichtendes Gebäude zu veräußern. Sein Antrag auf Erteilung der Baugenehmigung wurde am 10.5.1995 zurückgewiesen. V hat seither versucht, das unbebaute Grundstück zu verkaufen oder zu vermieten. Angedachte Projekte zerschlugen sich. Seit 1992 machte V die im Wesentlichen auf Schuldzinsen beruhenden Verluste aus dem Grundstück zunächst als solche aus Vermietung und Verpachtung, später aus Gewerbebetrieb in Gestalt eines gewerblichen Grundstückshandels geltend. Das Finanzamt stufte bis 2003 die Einkünfte als solche aus Vermietung und Verpachtung, ab 2004 als gewerbliche Einkünfte ein. In seiner Einkommensteuererklärung für 2005 beantragte V die Anerkennung eines Verlustes aus gewerblichem Grundstückshandel von 107.024 EUR. Darin ist ein Betrag von 106.773,18 EUR für die Teilwertabschreibung des Grundstücks auf einen durch einen Bausachverständigen ermittelten Verkehrswert von 42.000 EUR enthalten. Das Finanzamt erkannte den Verlust nicht an und bekam beim Bundesfinanzhof Recht.

21. Juli 2017