Steuerrecht

Mandantenzeitung 3/2018

Mandantenzeitung 3/2018

Mitarbeiter- und Managementbeteiligungen an Kapitalgesellschaften

Mitarbeiterbeteiligungsmodelle einschließlich Managementbeteiligungsmodellen dienen dazu, Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens partizipieren zu lassen. Sie bieten eine finanzielle Anreizfunktion durch die Teilhabe am Erfolg und Misserfolg des Unternehmens und führen zu einer stärkeren Identifikation der beteiligten Mitarbeiter. Nicht immer einig sind sich Finanzamt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer darüber, ob die Mitarbeiterbeteiligung durch das Arbeitsverhältnis veranlasst ist oder ob neben dem Arbeitsverhältnis eine von diesem unabhängige Sonderrechtsbeziehung besteht. Der Unterschied in der steuerlichen Belastung ist in der Regel erheblich. Der Beitrag gibt einen Überblick über Formen der Mitarbeiterbeteiligungsmodelle und ihre rechtliche und steuerliche Einordnung.

1. Grundlagen

Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverhältnis zufließen. Hierunter fallen alle dem Arbeitnehmer gewährten Vorteile, wenn sie durch dieses veranlasst sind. Der Vorteil muss mit Rücksicht auf das Beschäftigungsverhältnis eingeräumt worden sein, und die Leistung muss sich im weitesten Sinne als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung der individuellen Arbeitskraft erweisen. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit werden nach dem individuellen persönlichen Steuersatz des Mitarbeiters besteuert (bis zu 47,5 %).

Kein Arbeitslohn, sondern Einnahmen aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung liegen vor, wenn die Vorteile durch vom Arbeitsverhältnis unabhängige und eigenständige Rechtsbeziehungen veranlasst sind und ihnen andere Erwerbsgrundlagen als die der Nutzung der eigenen Arbeitskraft des Arbeitnehmers zugrunde liegen. In derartigen Fällen unterliegen Gewinnausschüttungen als Einkünfte aus Kapitalvermögen im Normalfall der Abgeltungssteuer (26,375 %); Veräußerungseinkünfte unterliegen ebenfalls grundsätzlich der Abgeltungssteuer, ausnahmsweise dem Teileinkünfteverfahren (bis zu 28,5 %), wenn die Beteiligung am Eigenkapital 1 % oder mehr innerhalb der vergangenen fünf Jahre betrug.

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18. Mai 2018