Steuerrecht

Mandantenzeitung 6/2019

Mandantenzeitung 6/2019

Umsatzsteuerliche und lohnsteuerliche Behandlung von Gutscheinen

Gutscheine sind aus dem heutigen Alltag kaum mehr wegzudenken. Deren steuerliche Behandlung ist jedoch alles andere als einfach. Je nach Gutschein stellen sich ganz unterschiedliche umsatz- bzw. lohnsteuerliche Folgen ein.

Arten von Gutscheinen und ihre umsatzsteuerliche Behandlung

Gutscheine können im Hinblick auf ihre buchhalterische Erfassung in drei Kategorien eingeteilt werden: in Werbe-, Nachlass und Leistungsgutscheine.

Werbegutscheine besitzen vorwiegend Werbecharakter und treten in unterschiedlichen Formen auf. Häufig werden sie genutzt, um ein Geschäft anzubahnen, zum Beispiel Gutscheine für ein Probetraining im Fitnessstudio oder Gutscheine für eine Immobilienbewertung bei einem Immobilienmakler Buchhalterisch sind diese Aufwendungen unternehmensseitig als Aufwand zu erfassen. Sie stellen keinen umsatzsteuerbaren Leistungsaustausch gegen Entgelt dar.

Nachlassgutschein ist die Sammelbezeichnung für sogenannte Rabattgutscheine oder Treuepunkte, die durch den Abschluss eines Geschäfts für die Zukunft einen Nachlass gewähren. Zum Beispiel, wenn der fünfte Kaffee nur die Hälfte des sonst üblichen Preises kostet. Hier haben die vier vorangegangenen Geschäfte einen Rabatt auf das nachfolgende fünfte Geschäft vermittelt. Nachlassgutscheine sind erst bei Vollzug des zukünftigen und rabattierten Geschäfts als Entgeltminderung buchhalterisch zu behandeln. Im Vorhinein besteht lediglich ein schwebendes Geschäft, das grundsätzlich nicht zu erfassen ist. Vergleichbares gilt für die kostenlose Dreingabe, etwa für den Erhalt einer kostenlosen elften Tasse Kaffee nach dem Kauf von zehn Tassen Kaffee. Der unentgeltlich abgegebene elfte Kaffee ist allenfalls statistisch zu erfassen, z. B. im Warenwirtschaftssystem. Umsatzsteuerlich ist die Gratislieferung ebenfalls als Bestandteil der ursprünglichen entgeltlichen Leistung zu behandeln und damit nicht separat zu verzeichnen.

Leistungsgutscheine beinhalten hingegen den Anspruch auf eine wertmäßig oder anderweitig definierte Leistung. Sofern ein Gutschein einen Anspruch auf eine solche Leistung vermittelt, entsteht für das den Gutschein ausgebende Unternehmen eine Leistungspflicht, die es buchhalterisch zu passivieren gilt. Die Beantwortung der Frage nach der umsatzsteuerlichen Behandlung von Leistungsgutscheinen erfolgt anhand der neuen Eingruppierung von Leistungsgutscheinen in sogenannte Einzweck- und Mehrzweckgutscheine.

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29. November 2019
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