Non Profit

Mandantenzeitung „Non Profit“ Januar 2016

Mandantenzeitung „Non Profit“ Januar 2016

Häufige Stolperfallen bei Spenden und Spendenbestätigungen

Die für einen Spendenabzug nach § 10b E StG einzuhaltenden Voraussetzungen der Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit sowie das Erfordernis einer Vermögensminderung aufseiten des Spenders bergen in der Praxis oft Tücken. Auf nachfolgende beispielhaft aufgeführte Stolperfallen des Spendenrechts soll deshalb besonders hingewiesen werden:

1. Fehlende Unentgeltlichkeit

Unentgeltlichkeit setzt voraus, dass durch die Zuwendung das Vermögen des Spenders gemindert wird, er muss endgültig belastet werden („Vermögensopfer“). Das ist nicht gegeben, wenn im Zusammenhang mit der Spende wirtschaftliche Vorteile gewährt werden. Wird z. B . bei Aufnahme in einen Verein eine sogenannte Beitrittsspende erhoben, handelt es sich um eine Gegenleistung für die Aufnahme bzw. für die Nutzung von Vereinseinrichtungen. Eine Spendenquittung darf nicht ausgestellt werden. Im Bereich des Sponsorings ist die im G egenzug für eine Geld- oder Sachspende gewährte Werbeleistung Gegenleistung für die Zuwendung. Diese erfolgt eigennützig und damit entgeltlich, denn das Vermögen des Sponsors ist nicht gemindert, weil die erhaltene Leistung die Zuwendung kompensiert. Auch hier scheidet eine Spendenbestätigung aus. Der Sponsor hat aber den Betriebsausgabenabzug. Problematisch sind auch sogenannte Kooperationsmodelle, bei denen ein Spender für eine Spende, z. B . an einen gemeinnützigen Verein, dadurch belohnt wird, dass er vom Kooperationspartner Vorteile erhält.

Beispiel: Ein Fitnessstudio verspricht den Mitgliedern eines gemeinnützigen Vereins für den Fall, dass diese einen bestimmten Betrag an den Verein spenden, gegen Vorlage der vom Verein ausgestellten Spendenquittung die kostenlose Teilnahme an einem Fitnesskurs. Im Gegenzug darf das Sportstudio das Logo des Vereins benutzen. In diesem Fall steht der Spende eine Gegenleistung des Vereins an die Spender gegenüber. Sie erhalten einen finanziellen Vorteil von dritter Seite in Form des Kursbesuchs, sodass der Verein keine Spendenbestätigung ausstellen darf. (Gleichzeitig erbringt der Verein eine passive Werbeleistung an das Fitnessstudio, das mit dem Logo des Vereins werben darf. Diese passive Werbung in Eigenregie ist für den Vereinsertrag steuerlich nicht relevant).

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9. Februar 2016