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MRD-Fachbroschüre „Der Gang über die Grenze“ Teil 2

MRD-Fachbroschüre „Der Gang über die Grenze“ Teil 2

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl derjenigen, die für einen begrenzten Zeitraum oder für unbestimmte Zeit ihren Wohnsitz aus Deutschland verlegen, um im Ausland ansässig zu werden, deutlich erhöht. War es in früheren Zeiten die blanke Not, die die Menschen zum Verlassen ihrer Heimat zwang oder auch für viele Deutsche in der Zeit des Nationalsozialismus die berechtigte Angst um Leib und Leben, so wandern heute Deutsche aus vielfältigen Gründen und Motiven freiwillig aus.

Dabei wird der Begriff „Auswanderung“ den heutigen Formen des Gangs über die Grenze bei weitem nicht mehr gerecht. Die Zahl der klassischen deutschen Auswanderer beläuft sich zurzeit auf rd. 150.000 pro Jahr, für 2004 hat das Statistische Bundesamt aber 700.000 Fortzüge gezählt. Die Differenz zwischen diesen Zahlen wird von den Nichtdeutschen ausgefüllt, die nach einer Einwanderung wieder auswandern. Die Auswanderungsziele liegen zwischen Andorra und Zypern, mit dem Schwerpunkt Schweiz innerhalb Europas und USA außerhalb Europas. Menschen verlassen Deutschland aber auch zum Zweck des Studiums, der Berufsausbildung, wegen einer Versetzung im Konzern oder auch um ihren Lebensabend in einem anderen Land zu verbringen. In vielen Fällen ist somit die Rückkehr nach Deutschland schon eingeplant.

Eine weitere Gruppe innerhalb der Fortzügler sind die Menschen, die sich in anderen Staaten zunächst auch die dortige geringere Steuerbelastung zunutze machen wollen. Dies wird von der Finanzverwaltung gern mit dem Begriff Steuerflucht belegt, die dann mit darauf gerichteten gesetzlichen Regelungen bekämpft werden soll. Man wird aber den unterschiedlichen Motiven und Interessenlagen der Menschen nicht gerecht, wenn mit diesem Wort ein Verhalten negativ belegt wird, das für das Wachstum der deutschen Wirtschaft unverzichtbar ist. Ohne die Tätigkeit deutscher Manager und Fachleute bei Auslandsgesellschaften, die Arbeit der Dolmetscher/innen in supranationalen Organisationen und die Auslandstätigkeit von potentiellen Unternehmensnachfolgern im Mittelstand kann die gesamte Wirtschaft auch innerhalb Deutschlands in der Zukunft nicht mehr bestehen.

Neben diesen vielfältigen Gründen für den Wegzug aus Deutschland lassen die Wegziehenden auch ganz unterschiedliche Lebensverhältnisse und Vermögenswerte in Deutschland zurück, auf die das Steuerrecht dann reagiert. Hierzu sei nur auf einen aufrechterhaltenen Wohnsitz in Deutschland mit der zurückbleibenden Familie oder ohne sie, auf Beteiligungen an Personen- oder Kapitalgesellschaften in Deutschland, auf hier vorhandene vermietete oder nicht vermietete Grundstücke und auf Vermögensanlagen verwiesen. Altersbezüge fließen weiterhin aus Deutschland in Form von Renten, Pensionen und sonstigen wiederkehrenden Bezügen.

Die sich hieraus ergebenden unterschiedlichen Pflichten und Belastungen – aber auch Vorteile – müssen erkannt und sachkundig erfüllt bzw. genutzt werden. Genauso wie bei dem Schritt mit dem Betrieb über die Grenze, möchten wir als Ihre Berater Sie auch im privaten steuerlichen Bereich bei den auftretenden Fragen und Problemen unterstützen. Der Gang über die Grenze für mittelständische Unternehmen mit Auslandsinvestitionen wurde in Teil 1 behandelt. Die hier vorliegende Broschüre soll Sie auf Hindernisse aufmerksam machen, die Ihrem Entschluss entgegenstehen können. Gleichzeitig möchten wir Ihnen damit unsere Hilfe bei der Überwindung der steuerlichen Schwierigkeiten auf Ihrem Weg ins Ausland anbieten.

1. Dezember 2008