Public Sector

Public Sector aktuell Winter 2016/2017

Public Sector aktuell Winter 2016/2017

CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN FÜR STADTWERKE IN DER NEUEN WELT

GASTBEITRAG VON ANDREAS FEICHT

In den letzten Jahren ist eine umfassende Veränderung der Marktstruktur zu beobachten. Mit dem Schlagwort Industrie 4.0 wird zum Ausdruck gebracht, dass digitale Geschäftsmodelle zunehmend traditionelle Geschäftsfelder disruptieren. Bisher fokussieren sich die neuen plattformgestützten Wettbewerber zwar auf andere Sektoren, wie Musik- und Finanzindustrie sowie Einzelhandel. Gefeit vor Veränderungen sind Stadtwerke damit jedoch nicht. Denn zu erwarten ist, dass auch in den traditionellen Geschäftsfeldern von Stadtwerken zukünftig Start-Ups neue Ideen ausprobieren werden. Darüber hinaus kommt zum Tragen, dass der bisherige Garant für stabile Ergebnisse integrierter Stadtwerke, die Energieversorgung, zusätzlich politisch und gesellschaftlich unter Druck steht.

Seinen Ausdruck findet dieser Druck sowohl in der Energiewende als auch in dem zunehmenden Anspruch der Kunden nach Selbstbestimmung. Dadurch ist nicht nur die konventionelle Erzeugung unter Druck, auch der Vertrieb ist dabei leidvoll zu erfahren, dass auch Energieprodukte einem Produktlebenszyklus unterworfen sind. Diese Zyklen erscheinen zwar im Vergleich mit der Konsumgüterindustrie extrem lang, sind nunmehr aber nachhaltig in der Sättigungsphase angelangt und werden perspektivisch degenerieren.

Ihren Ausdruck findet diese Entwicklung in einem zunehmenden Wettbewerb – nicht nur im Energiemarkt zwischen verschiedensten Energieversorgungsunternehmen, sondern seit einiger Zeit auch um den Energiemarkt mit a priori fremden Marktteilnehmern. Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine politisch induziert zunehmende Fragmentierung des Energiemarktes in verschiedene Marktrollen. Z. B. konventionelle Erzeugung, erneuerbare Erzeugung, Handel, Bilanzkreismanagement, Messbetrieb, Energiedienstleistungen, Vertrieb und zum Teil weitere Untermärkte. Jedes Energiemarktfragment folgt wie ein Nischenmarkt einer eigenen Marktlogik, was dazu führt, dass vor allem traditionelle Verbundunternehmen, wie auch Stadtwerke, zwar zum Teil große Unternehmen sind, aber in den jeweiligen Teilmärkten kleine Player.

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20. Februar 2017