Non Profit

Mandantenzeitung ‘Non Profit’ 11/2010

Mandantenzeitung ‘Non Profit’ 11/2010

Rechnungslegung Spenden sammelnder Organisationen

Von der externen Rechnungslegung einer Spenden sammelnden Organisation verlangt die interessierte Öffentlichkeit – vor allem die Spender und die potentiellen Spender –, dass ein zutreffendes, vollständiges und klares Bild sowohl über das Spendenaufkommen als auch über dessen Verwendung vermittelt wird.

Bisher war es weit verbreitet (und auch von der Verlautbarung HFA 4/1995 des Instituts der Wirtschaftsprüfer [IDW] gedeckt), Spenden im Jahr des Zuflusses als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. Nicht verbrauchte Spendenmittel konnten durch das zuständige beschlussfassende Organ in eine Rücklage eingestellt werden.

Zu Recht wurde in der Vergangenheit vielfach kritisiert, dass der Spendenzufluss und die Spendenverwendung regelmäßig in unterschiedliche Berichtsperioden fallen, weswegen die bisherige Vorgehensweise zu einer nicht sachgerechten Ermittlung des Jahresergebnisses führen könne. Vor allem in Jahren mit außergewöhnlich hohen Spendenzuflüssen und entsprechend hohen Jahresüberschüssen (z. B. im Jahr der Tsunami-Katastrophe) käme es zu Fehlinterpretationen durch die Abschlussadressaten. Daher wurde vorgeschlagen, nur die bereits zweckentsprechend verwendeten Spenden ergebniswirksam zu erfassen.

Das IDW hat diese Anregungen in einer geänderten Verlautbarung, der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung „Besonderheiten der Rechnungslegung Spenden sammelnder Organisationen“, IDW RS HFA 21, aufgegriffen. Berücksichtigt wird, dass bei Spenden sammelnden Organisationen im Gegensatz zu erwerbswirtschaftlichen Unternehmen in der Regel keine Gewinnerzielung im Vordergrund steht, sondern die Erfüllung der satzungsgemäßen Zwecke durch die Verwendung der Spenden. Folgerichtig wird in IDW RS HFA 21 als maßgebliches Kriterium für die Ertragsrealisierung nicht mehr auf die Vereinnahmung der Spenden, sondern auf deren Verbrauch abgestellt. Die Spenden sind zum Zeitpunkt ihres Zuflusses zunächst ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen und in einem gesonderten Passivposten „Noch nicht verbrauchte Spendenmittel“ nach dem Eigenkapital auszuweisen. Die ertragswirksame Auflösung dieses Postens erfolgt dann korrespondierend zu dem durch die Verwendung der Spenden entstehenden Aufwand. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist insoweit ein „Ertrag aus Spendenverbrauch“ auszuweisen. Sofern eine Spenden sammelnde Organisation neben den Spenden über keine weiteren Einnahmequellen verfügt, kann nach diesem Konzept ein Jahresüberschuss nicht entstehen. Dies steht im Einklang mit der grundsätzlichen Ausrichtung des Bilanzierenden als Non-Profit-Unternehmen.

1. November 2010
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