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Gewinnerzielungsabsicht einer Holzbildhauerin

Gewinnerzielungsabsicht einer Holzbildhauerin

Arbeitet eine Holzbildhauerin, die von 2006 bis 2012 Verluste aus ihrer freiberuflichen Tätigkeit in Höhe von insgesamt 177.503 EUR geltend macht, mit Gewinnerzielungsabsicht?

Frau F hatte von 1996 bis 1999 eine Holzbildhauerlehre an der staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer absolviert. 2003 legte sie die Meisterprüfung zur Holzbildhauermeisterin ab. Seit 2006 reichte sie eine Gewinnermittlung als "Holzbildhauerin/Künstlerin" beim Finanzamt ein. Im Jahr 2007 erwarb F ein Einfamilienhaus und richtete eine Werkstatt mit Galerie und Atelier ein. Von 2006 bis 2012 machte sie Verluste aus ihrer freiberuflichen Tätigkeit von insgesamt 177.503 EUR geltend. Im Einkommensteuerbescheid für 2008 erkannte das Finanzamt die Verluste aus freiberuflicher Tätigkeit als "Holzbildhauermeisterin/Künstlerin" in Höhe von 35.505 EUR nicht an, weil die Gewinnerzielungsabsicht nicht abschließend beurteilt werden könne. F war dagegen der Ansicht, sie habe nach Holzbildhauerlehre und Abschluss der Meisterschule im Jahr 2003 erstmals mit der freiberuflichen Tätigkeit im Bereich der Holzbildhauerei begonnen. Zu berücksichtigen sei insbesondere, dass Künstler ihre Werke nicht von heute auf morgen verkaufen könnten, sondern sich einen Namen und den damit verbundenen Marktwert erst im Laufe der Jahre erarbeiten müssten. Das Finanzamt bekam beim Finanzgericht Recht.

28. Juli 2017