Steuerrecht

Mandantenzeitung 4/2018

Mandantenzeitung 4/2018

Die Zukunft der Steuerfunktion in Unternehmen

Die Steuerfunktion in Unternehmen steht vor massiven operativen und strategischen Veränderungen. Betroffen sind davon alle Unternehmen: solche ohne eigene Steuerabteilung bis hin zu großen Unternehmen mit Steuerabteilungen.

Trends

Drei Trends werden künftig die Steuerfunktion in Unternehmen beeinflussen: steuerliche Unsicherheit, Komplexität und Digitalisierung. Teilweise sind diese Trends miteinander verwoben. Die steuerliche Unsicherheit wird geprägt durch eine Verschärfung oder Veränderung der Steuergesetze bzw. aktuelle politische Entwicklungen wie z. B. den Brexit oder die US-Steuerreform. Zweitens ist eine stetig steigende Komplexität des Steuerrechts zu beobachten. Sichtbar wird das insbesondere an zunehmenden Detailvorschriften (z. B. FATCA-Abkommen) oder im Deklarationsprozess (z. B. E-Bilanzen). Als dritter Trend ist die fortschreitende Digitalisierung zu nennen. Dadurch verschmelzen Steuerrecht und Technologie zunehmend. Big Data Analytics oder Cloud-Anwendungen schaffen bislang ungeahnte Möglichkeiten – nicht nur in der zukünftigen Gestaltung von steuerrelevanten Prozessen, sondern in allen Unternehmensbereichen. Kernmerkmal der Industrie 4.0 ist die Vernetzung von Produktion und Systemen auf horizontaler und vertikaler Wertschöpfungsebene. Das bietet die Möglichkeit, im Unternehmen eine einheitliche Datenbasis für alle Funktionen entstehen zu lassen. In der Folge werden sich Routinetätigkeiten im Rechnungswesen und in der Steuerfunktion zunehmend automatisieren lassen.
Die Steuerdeklaration zeichnet sich aktuell durch viele Routineaufgaben aus, die sich durch die Digitalisierung deutlich verändern und vereinfachen werden. So beinhaltet die Erstellung der Steuerbilanz derzeit meist noch eine große Anzahl von manuellen Schritten. Technisch ist hier jedoch eine einheitliche, automatisierte Lösung möglich und langfristig auch wahrscheinlich. Mit einem solchen System lassen sich jederzeit Ergebnisse ablesen, z. B. Echtzeitsteuerbilanzen. Langfristig wäre dann ein weitgehend fertiggestelltes Produkt (Steuerbilanz) automatisch verfügbar, manuelle Anpassungen wären (weitgehend) überflüssig.

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20. Juli 2018
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